Esingen und Ellerbek im DHB-Pokal weiter
Tornesch. Die Erwartungshaltung war eher gering, als sich die junge Handball-Männermannschaft des TuS Esingen (Hamburg-Liga) zum Erstrundenspiel des DHB-Pokals 2010/11 beim bisherigen Staffel- und Dauerrivalen SG Hamburg-Nord (künftig Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein) vorstellte. Am Ende aber jubelten die Tornescher in der Halle Tegelsbarg, nachdem in einer hoch dramatischen Schlussphase zunächst der 19-jährige Timo Kreckwitz 13 Sekunden vor Spielende zum 25:24 für die Gäste getroffen und bei nur noch zwei Sekunden auf der Uhr TuS-Torhüter Alexander Witt (18) einen Siebenmeter pariert hatte. Esingens überglücklicher Trainer Kay Germann sprach zwar von einer "Überraschung", bescheinigte seiner Mannschaft aber andererseits das bislang "beste Spiel bei Hamburg-Nord". Nach einem Tornescher Erfolg hatte es dabei lange nicht ausgesehen (Halbzeit: 11:14), bis zur 50. Minute lagen die Gäste zurück. "Wir sind aber ruhig geblieben, während die Hamburger zunehmend nervöser wurden", nannte Kay Germann einen Schlüssel zum Erfolg. Aus einem vor allem in der Deckung kompakt stehenden Team ragten nach Auffassung des 44-jährigen Trainers "wenn überhaupt" die Torhüter Witt und Isaac Luarte Correas (bis 40.) sowie der treffsichere Kreckwitz heraus. Mut macht der Pokal-Coup Germann auch für die am 12. September mit eine Partie beim SC Alstertal-Langenorn beginnende Hamburg-Liga-Saison: "Wir sind auf dem richtigen Weg." Vergleichsweise unspektakulär erreichte unterdessen Esingens klassenhöherer Kreisrivale TSV Ellerbek die zweite DHB-Pokal-Runde. Beim künftigen Punktspielgegner HSG Hohn/Elsdorf (Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein) setzte sich der bisherige Regionalligist in Alt Duvenstedt mit 27:19 (9:8) durch. Das klare Endresultat spiegelte nach Auffassung von TSV-Trainer Till Wiechers den Spielverlauf aber nicht korrekt wider: "Es war bis Mitte der zweiten Halbzeit immer knapp." Allerdings stand die Ellerbeker Deckung vor dem starken Torwart Florian Knust, der die Hälfte aller Würfe parierte, schon in den ersten 30 Minuten sicher, während es dem Angriff noch an Durchschlagskraft fehlte. In der Schlussviertelstunde der Begegnung brachte Till Wiechers dann aber noch einmal die Startformation, die den deutlichen Sieg heraus warf. Der große Traum vom Heimspiel gegen einen Erstligisten in der zweiten DHB-Pokal-Runde erfüllte sich allerdings weder für die Ellerbeker noch für den TuS Esingen. Bei der gestrigen Auslosung nach regionalen Gesichtspunkten waren zwar auch die Kapseln mit den Namen der Nord-Topklubs HSV Hamburg (Pokalverteidiger), THW Kiel (deutscher Rekordmeister), SG Flensburg-Handewitt und Füchse Berlin im Topf, aber mit denen dürfen sich andere messen. Die Tornescher dagegen empfangen den VfL Bad Schwartau, der wie Ellerbeks Heimgegner HSG Varel (bei Wilhelmshaven) in der 2. Bundesliga Nord spielt. "Es hätte besser kommen können", räumte Wiechers ein. Aufstellung (Tore/Siebenmeter): Esingen: Isaac Luarte Correas, Alexander Witt - Daniel Abel (1), Jonathan Karow (1), Daniel Günter (1), Daniel Quilitzsch (4), Julian Biehl (8/3), Timo Kreckwitz (10/2), Nils-Oliver Himborn, Jesko Semmelhack. Ellerbek: Florian Knust, Tobias Laupichler - Bastian Blietz (7), Torben Reimers (2/2), Matthias Menzel (3), Hendrik Jacobs, Christopher Behre (6), Christopher Gertz (1), Fokko Erdmann (1), Christian Brandt, Niels Jöntvedt, Jonas Mecke (2), Tarek Fejry (5). (fwi)


